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arbeit macht arbeit
besonders früh sollte das boot ins wasser, gleich schnell sofort wollte ich aufs wasser. aber dann wurde es vorher doch noch ein längerer arbeitsaufenthalt an der kaimauer. der jetzt endlich fast abgeschlossen ist.
das schlimmste war die entdeckung, dass die epoxy-versiegelung im kiel undicht war. vor einigen jahren hatte ich den beton, mit dem das blei im kiel vergossen ist, mit epoxydharz versiegelt. hatte, ganz auf anraten des werftchefs, den beton mit der heißluftpistole warm gemacht, damit das epoxy gut einzieht, und dann das harz so aufgegossen, dass die oberfläche gerade so bedeckt war und unebenheiten ausgeglichen wurden. das ergab eine sehr glatte und harte oberfläche. die auch noch durchsichtig war, sodass das gestein darunter gut zu sehen war. sah toll aus.
als das boot jetzt im wasser war, fielen mir die luftblasen auf, die da unter der epoxyschicht in einem der kiel-compartments saßen. ich machte mit dem schraubenzieher die schicht an einer der luftstellen auf. und fuhr versuchsweise mit dem schraubenzieher unter die harzschicht, um zu sehen, ob das sonst noch fest saß. es saß leider nicht fest. ein großer teil der schicht ließ sich einfach so abheben. der beton, in den das noch reingelaufen war, ging mit ab. aber das war noch nicht das schlimmste. der beton war feucht, und an einigen stellen zeigten sich schon schwarze schimmelflecken. und während ich mit dem schraubenzieher weiter stocherte, wurde klar, dass sich unter einer dünnen schicht mit noch intaktem steinbeton eine zwei zentimeter dicke schwarze, stinkende schimmelschicht gebildet hatte. ekelhaft.
also war sanierung angesagt. mühsam und kopfüber kratzte ich die verschimmelte schichte aus den zwei am stärksten betroffenen abschnitten des kiels. trocknete dann beide kompartments vor der behelfsmäßigen neuversiegelung jeweils 24 stunden lang mit dem heizgebläse. was für ein aufwand.
als nächstes werden diese hohlräume mit sandsäcken aufgefüllt und dann oben mit einem brett wasserdicht verschlossen. im brett natürlich eine inspektionsluke. aber diese tiefsten punkte im schiff bleiben sons permanent feucht, und das ist nicht gut.
arbeit macht arbeit, stand mal an der tür zum arbeitszimmer einer dozentin. so auch hier. man sieht eine kleine stelle, denkt: okay, das konserviere ich mal schnell neu. und dann artet das aus.
fahrtensegeln heißt deshalb nicht nur, an den schönsten orten der welt das boot reparieren, sondern schon zuhause!

30. Apr. 2012

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