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Im Eis
Es ging so viel schneller als gedacht. Eigentlich wollten wir doch nochmal rausfahren. Im langjährigen Mittel friert der Bodden erst Anfang Januar zu, das heißt diesmal fast vier Wochen früher! Jetzt sitzt das Boot im Eis fest. Auf dem Deck liegt gefühlt ein halber Meter Schnee, das Cockpit ist fast randvoll zugeweht. Es bleibt also nichts anderes übrig als - abwarten.

17. Dec. 2012

Einwintern
Lange habe ich gezögert, weil ich die ganze Zeit nochmal rausfahren wollte. Und bis vor kurzem war es auch noch warm genug. Inzwischen liegt hier eine geschlossene Schneedecke, an Land und auch auf dem Boot. Irre.
Deshalb wars auch höchste Zeit.
Verschiedene Frostschutzmöglichkeiten hatte ich überlegt, und war schon zu dem Schluss gekommen, mit dem 100%-Spiritus, den wir zum Kochen nehmen, einen Frostschutz zu mischen und in die Leitungen zu füllen. Unsicher war ich mir wegen der Gummidichtungen im See-WC, weil ich irgendwo gelesen hatte, dass der Frostschutz die Weichmacher aus dem Gummi zieht und damit die Dichtungen versprödet.
Ich schrieb also an Rheinstrom (Hersteller des See-WC), und bekam wenige Tage später dann den Hinweis, dass Spiritus und Glykol (das sind die Wirkstoffe der gängigen Frostschutzmittel) die Dichtungen angreift. Ich solle lieber das System mit Essigwasser spülen und dann trockenlegen.
Das hab ich heute gemacht. Was gar nicht so einfach ist, wenn das Boot schwimmt und die Seeventile unterhalb der Wasserlinie liegen. Das wichtigste Werkzeug war deshalb die Luftpumpe, mit der sonst die Fender und das Schlauchboot aufgeblasen werden. Für das Auspusten der Waschbeckenabläufe musste ich was basteln, um die Pumpe an den Abfluss anzuschließen. Den Klozulauf hab ich am See-WC abgemacht und dann die Pumpe angeschlossen. Den Kühlkreislauf vom Motor hab ich über den Filter ausgepumpt. Eigentlich ein gutes System. Und jetzt weiß ich auch, wie die einzelnen Schläuche am besten leergemacht werden können, wo die Pumpe anzusetzen ist.
Bei den Waschbeckenabläufen hab ich zur Sicherheit noch etwas Spiritus-Frostschutz eingefüllt. An die Schläuche komme ich auch gut ran und sehe, wenn da was versprödet.
Es ist das erste Mal, dass Aimé im Wasser überwintert. Ich hoffe, das geht gut. Der Liegeplatz ist jedenfalls gut geeignet: eine breite Box, sodass die Bordwand nicht an Fendern reibt, vor den Weststürmen gut geschützt.
Eigentlich wollen wir in zwei Wochen nochmal rausfahren. Deshalb ist auch der Baum noch nicht abgebaut und auch sonst ist das Boot fast bereit zum Ablegen. Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie kann man einen Eisatlas für die südliche und die westliche Ostsee downloaden. Im Durchschnitt friert der Greifswalder Bodden, wenn er zufriert, Anfang Januar zu. Es gab aber Winter, in denen das später passiert ist. Und es gab Winter, da kam das Eis sehr früh. Am Ende bleibt, bei aller statistischer Voraussicht, eben doch das konkrete Ereignis.

07. Dec. 2012

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