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    <title>Ozeansegeln. Reiseaufzeichnungen.   </title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi</link>
    <description>Ozeansegeln. Reiseaufzeichnungen.</description>
    <language>de</language>

  <item>
    <title>rückfahrt von neustadt</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2013/06/01#130530</link>
    <description>nach dem gewittererlebnis, das mich erschöpft und müde überraschte, kam ich bei sehr wenig wind am nächsten tag unbeschadet von kühlungsborn bis warnemünde. den plan, von dort aus gleich bis stralsund weiter zu segeln, musste ich aufgeben. kein wind. und andere pflichten. also blieb das boot einige tage im alten strom liegen. &lt;br&gt;
für den reisetag verkündete der wetterbericht die wenigen tage zuvor beständig einen starken westwind, der im lauf des tages erst abnehmen und dann am späten nachmittag über nord auf ost drehen würde. deshalb ging es früh los. tagesziel war hiddensee, eine fahrt von mehr als fünfzig meilen. 
am abend vor der fahrt blies der wind mit sechs bis acht windstärken aus west. auf den booten im alten strom standen die mannschaften der yachten besorgt am steg und hofften, dass die fender dem druck stand halten würden. am schlimmsten ging es den yachten ganz vorne am kai, wo der wind ohne hindernis quer gegen die yachten prallte und sie am steg gut auf die seite legte. aimé hat für solche fälle zwei sehr große kugelfender, die sonst ohne luft in der backskiste liegen. an diesem abend war ich sehr froh um diese eigentlich völlig übertriebenen riesenbojen. &lt;br&gt;
spät am abend machte ich noch einen spaziergang zum molenkopf. dem wind entgegen sehen, der da so stark an der hafeneinfahrt vorbei blies, dass die wellen, die um den luvwärtigen molenkopf rollten, sich im hafen mit aufspritzender gischt an den aufgeschütteten steinbrocken brachen.&lt;br&gt;
im morgengrauen bereitete ich mich und das boot vor. für den tag schmierte ich brote, füllte die wasserflaschen auf, deponierte die kekse in reichweite des niedergangs. mit rückenwind würde ich tagsüber das steuer nur für sehr kurze zeit verlassen können, weil aimé zwar am wind den kurs mit festgelegtem ruder hält, bei raumen kursen aber nicht. &lt;br&gt;
der wind blies immer noch ordentlich, aber nicht mehr mit sturmstärke. mit blick auf die vorhersage setzte ich das großsegel ins zweite reff und schlug die mittelgroße arbeitsfock an. glücklicherweise lag aimé in der windabdeckung der hochgebauten häuser, sodass das ablegen alleine gut hinhaute. boot ein wenig mit dem heck nach draußen gedreht, dann vorspring los, mit dem bootshaken noch etwas nachgedrückt und rückwärts weg. im engen strom neben dem seenotrettungskreuzer treibend verstaute ich die fender. legte dann den vorwärtsgang ein und fuhr ins große hafenbecken. drehte dort in den wind und setzte erst das großsegel, dann die fock. stoppte den motor und nahm kurs auf die hafeneinfahrt. &lt;br&gt;
erst fuhr der wind noch fast zaghaft in die segel. aber vor der hafeneinfahrt schoben sich die wellen immer noch hoch vorbei, versprühten gischt, als sie auf die molenköpfe prallten. aimé fährt die ersten abgeflachten wellen hinauf, die durch die einfahrt drehen. nimmt mit zunehmendem wind an fahrt auf. wir segeln mit halbem wind, was zum rausfahren sehr gut ist, umdrehen käme in frage, wenn es nötig sein sollte. je näher die molenköpfe kommen, desto mehr wind fährt in die segel, legt das boot erst sanft, dann stärker auf die seite. wir nehmen fahrt auf. die wellenbewegung wird heftiger. und plötzlich sind die beiden molenköpfe querab, verschwinden die mauern, öffnet sich der blick auf eine wilde see, heben uns die meterhohen wellen, drückt uns der wind auf die seite. mir fährt der schreck kurz in die glieder, ich greife das ruder fester. halte den halbwindkurs, um zu sehen, ob das so funktionieren wird. gischt sprüht übers vordeck. die wellen lecken an der luvseite hoch, schwappen aufs seitendeck. in den böen legt sich aimé weit über. &lt;br&gt;
ein stück segeln wir auf halbwindkurs raus, dann drehen wir nach steuerbord ab, fieren die segel, nehmen kurs auf die nordwestspitze vom darß, unserem ersten etappenziel an diesem tag. das boot beschleunigt, die hohen wellen schieben gut und wir haben mehr segelfläche gesetzt, als nötig wäre, gottseidank aber nicht zuviel. das boot ist, bei aller achterbahnfahrt, die uns die steile, hohe, schräg von hinten auflaufende welle beschert, gut händelbar und bleibt stabil auf kurs &lt;br&gt;
die wetterlage ist stabil, und nachdem ich anfangs bei der achterbahnfahrt ein bisschen muffensausen kriege, fange ich jetzt an, die rauschende fahrt zu genießen. über grund laufen wir mit konstant sieben bis acht knoten. schneller geht nicht. aber das ist auch nötig, um die lange strecke zu schaffen. es ist bisher die längste strecke, die ich alleine auf dem meer mit dem boot fahre.&lt;br&gt;
nach einigen stunden kommen wir an dem großen windfeld vorbei, das vor dem darß gebaut wird. riesige generatoren sollen hier strom erzeugen. noch stehen sie aber, trotz des guten wetters, still. einige ragen nur als stummel aus dem wasser und warten noch auf ihre flügel.&lt;br&gt;
ansonsten ist die fahrt nicht sehr ereignisreich. ich genieße das segeln, anstrengend ist aber, dass ich das ruder überhaupt nicht verlassen kann. für längere fahrten ist das nicht praktikabel. zumal dann, wenn segelwechsel notwendig werden und man dafür nicht extra auf den amwindkurs wechseln möchte. erstaunlich ist die wetterentwicklung. wie vorhergesagt flaut der wind im lauf des tages ab, bis fast flaute herrscht. und mit dem wind verschwinden auch die wellen, die anfangs zum teil noch so hoch sind, dass ich im cockpit sitzend aus dem wellental heraus nicht über den wellenkamm hinwegschauen kann. &lt;br&gt;
&lt;p&gt;
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  </item>
  <item>
    <title>live!</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2013/05/21#130521</link>
    <description>am donnerstag gibt es das ultimative live-erlebnis vor euren rechnern - aimé legt pünktlich gegen fünf uhr ortszeit bei bestem wetter in warnemünde ab. übertragen wird das von der &lt;a href=&quot;http://der-warnemuender.de/livecam.html#livecam_open_yachthafen&quot; target=_blank&gt;ortsansässigen web-cam&lt;/a&gt;, die einen riesen-schwenk über die warnow-mündung respektive hafeneinfahrt macht und dabei auch den alten strom filmt, wo aimé gerade liegt (und am donnerstag wieder losfahren wird). auf der seite gibt es mehrere cams - runterscrollen bis &lt;i&gt;Livecam-Standort: Sportschule Yachthafen Warnemünde&lt;/i&gt;. &lt;br&gt;
die segel werden garantiert im schwenkbereich der kamera gesetzt, dazu gibt es die unglaubliche, wahnsinnige, blaue, pathetische morgenstunde, alles live und direkt, ozeansegeln.de premium. 
&lt;br&gt;
wer auch immer live dabei ist - bitte live twittern, bloggen, protokollieren und mir dann schicken. &lt;br&gt;
the world is just a theater, and we are playing the best we can.</description>
  </item>
  <item>
    <title>pfingstgewitter</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2013/05/19#130519</link>
    <description>&lt;cite&gt;Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer [...].&lt;/cite&gt;
So steht es in der Apostelgeschichte Kapitel zwei. Und es geschah auf der Wismarer Bucht, nach einigen Stunden Segelfahrt von Neustadt aus nach Ostnordosten, mit dem Wind im Rücken, guter Fahrt. Den Mittag über war es immer diesiger geworden. Irgendwann wurde es drückender, der Wind schlief ein, der Horizont verdunkelte sich. Das Boot schaukelte in der Restdünung. Auf einmal fielen unglaublich viele Fliegen vom Himmel aufs Boot, bedeckten die Segel und das Deck. Eine verirrte Taube versuchte, sich am schlagenden Großsegel festzuhalten, traute sich nicht, an Deck zu landen. Viermal flog sie an, dann wieder davon. Die unglaublichen Luftwalzen hatten diese Tiere bei uns abgesetzt. &lt;br&gt;
Die Böenwalze war kaum zu erkennen, so diesig wie es war. Nur der Schatten auf dem Wasser kündigte den Wind an. Ich setzte das Großsegel ins erste Reff und barg dann das Vorsegel. Blitze zuckten durch den konturlosen Himmel und Donner rollte übers Wasser, als käme er von überall her. Ich barg das Großsegel, kurz darauf kam der Starkregen. Beigedreht bändselte ich das Steuerrad fest und suchte Schutz unter Deck. Blitz und Donner kamen zunehmend synchron. Da die Ansteuerung von Wismar nicht sehr weit entfernt war, informierte ich über Funk die Schiffahrt, dass wir nur eingeschränkt manövrierfähig sind. &lt;br&gt;
Nach einer dreiviertel Stunde war das Gewitter vorbei und hinterließ Flaute, Regen und eine unangenehm chaotische Dünung. Aber ich, ich war am Leben, und hatte mit meiner Furcht das Gewitter überstanden. Denn obwohl das diesmal bei weitem nicht so schlimm war wie die Gewitterfahrt vor der polnischen Küste, als uns eine Gewitterfront mit drei massiven Gewittern überrollte, brachte diese Gewitterbö doch die Erinnerung an damals zurück. Und damit erst einen Anflug von Verzweiflung, als ich merkte, dass es jetzt gerade in diesem Moment passierte: ich allein unterwegs, mit von den letzten Tagen ohne genügend Schlaf schon erschöpften Kräften, und eine massive Gewitterbö mit Blitz, Donner, Starkwind und Starkregen im Anmarsch. &lt;br&gt;
Aber die Erinnerung brachte dann auch die Erfahrung, und weil ich als Strategie schon überlegt hatte, dass es am besten wäre, das Boot beizudrehen und unter Deck abzuwarten, bis das Schlimmste vorüber ist, tat ich genau das. Und es ging einigermaßen auf. Auch wenn ich die Segel wieder zu spät wegnahm (schon beim ersten Blitz wäre es Zeit gewesen). Das wichtigste ist: Keine Schäden, keine ernsten Probleme, ich bin gerettet.</description>
  </item>
  <item>
    <title>winterfrühling</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2013/03/27#130327</link>
    <description>wir waren da und wollten es versuchen. aber wie andere arktisexpeditionen sind wir am eis gescheitert. es bleibt winter.
&lt;p&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/winterfruehling/20130327_0016.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[winterfruehling]&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/thumbs/20130327_0024.jpg&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/winterfruehling/20130327_0019.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[winterfruehling]&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/winterfruehling/20130327_0024.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[winterfruehling]&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/winterfruehling/20130327_0036.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[winterfruehling]&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/winterfruehling/20130327_0042.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[winterfruehling]&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/13/winterfruehling/20130327_0044.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[winterfruehling]&quot;&gt;&lt;/a&gt;</description>
  </item>
  <item>
    <title>pimp my boat pt. 2: Energie</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2013/02/19#130215</link>
    <description>Ein leidiges Thema an Bord ist die Energieversorgung. Mit 200 Ampèrestunden kann Aimé drei Tage ohne Strom unterwegs sein (wenn nachts geankert wird) inklusive Ankermanöver, Ankerlicht und Navigationselektronik. Einen Kühlschrank haben wir nicht an Bord.
&lt;br&gt;
Eine Möglichkeit, den Strombedarf zu decken, ist die Erzeugung von Energie. Weil wir nicht vorhaben, komplett stromlos zu segeln, führt daran kein Weg vorbei. Es stellt sich aber die Frage, wieviel Strom muss erzeugt werden? Die Antwort auf diese Frage legt fest, wie groß die Anlage zur Stromerzeugung dimensioniert sein muss. Und je größer die Anlage, desto mehr Platz verbraucht sie und desto teurer ist sie in der Anschaffung und im Unterhalt. Wir möchten also eine möglichst kleine Anlage, die unter allen Bedingungen unseren Bedarf abdeckt. 
&lt;br&gt;Das bedeutet, dass von Anfang an der Gesamtverbrauch niedrig sein soll. Und da gibt es bei uns noch Potenzial:&lt;br&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Navigationsbeleuchtung: Unsere Navigationslichter funktionieren noch mit konventionellen Birnen. Backbord- und Steuerbordlaterne plus Hecklicht verbrauchen jeweils 25 Watt, zusammen also 50 Watt. Das Ankerlicht zieht 10 Watt. Eine Nachtfahrt schlägt also, bei durchschnittlich zehn Stunden Einschaltdauer, mit ca. 40 Ampèrestunden zu Buche, eine Nacht vor Anker kostet ca. 8 Ah.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Navigationsrechner: Als Navigationsrechner verwenden wir einen normalen Laptop aus dem Business-Segment, der an einen kleinen externen Bildschirm am Navigationstisch angeschlossen wird. Der Rechner braucht im Schnitt 20 Watt, der Bildschirm 8-10 Watt. Wenn er unterwegs nicht gebraucht wird, wird der Bildschirm ausgeschaltet und zieht dann nur noch vernachlässigbar Strom. Der Rechner muss allerdings dauernd laufen. Ein durchschnittlicher Segeltag mit zehn Stunden Fahrzeit schlägt also mit 20-25 Ampèrestunden zu Buche, abhängig davon, wie intensiv wir navigieren (Bildschirm an). In 24 Stunden verbraucht dieses Setup entsprechend 40-50 Ampèrestunden.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;
Einsparpotenzial gibt es also bei beiden Punkten. Leicht zu realisieren ist es bei Punkt 1 - durch einen Austausch der Lampen. Leider muss, solange es noch keine zugelassene LED-Austauschbirne gibt, das gesamte Licht getauscht werden. Wieviel können wir damit sparen? Die LED-Navigationslichter verbrauchen pro Stück 2,5 Watt, also ein Zehntel vom bisherigen Energiebedarf! Damit kommen wir für eine durchsegelte Nacht nur noch auf ca. 4 Ah und für eine Ankernacht auf 2 Ah. Dass diese Energieeinsparung mit insgesamt ca. 300,- Euro zu Buche schlägt, rechnet sich durch die entsprechend geringere Dimensionierung der Anlage zur Energieerzeugung.
&lt;p&gt;
Beim Navigationsrechner ist das Einsparpotenzial nicht so leicht zu realisieren. Hier ist es vor allem der Rechner, der den Strom verbraucht. Eine Möglichkeit wäre, auf einen sparsamen Plotter umzusteigen. Hier gibt es Geräte, die mit weniger als 5 Watt insgesamt auskommen. Das ist wirklich außergewöhnlich. Allerdings würde diese Einsparung mit Beschränkungen erkauft, z.B. auf bestimmte Kartenformate. Das will ich nach Möglichkeit vermeiden. Ich möchte das bewährte System mit Rechner und GPS-Maus beibehalten, weil ich den Bildschirm schon habe und sehr zufrieden bin damit und weil ich weiter mit einem offenen System arbeiten will, das nicht von einer einzelnen Firma abhängt und verschiedene Formate verarbeiten kann. Leider wird das immer schwieriger, weil die Hersteller ihre Karten so codieren, dass sie nicht mit allen Navigationsprogrammen genutzt werden können. Aber das ist eine andere Baustelle.&lt;p&gt;
Über den Winter habe ich versucht, einen neuen Navigationsrechner zu basteln. Dieser Rechner sollte die folgenden Kriterien erfüllen:
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;zuverlässige Funktion&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;geringer Stromverbrauch&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;kleine Abmessungen&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;mit Linux zu betreiben&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
Diese Anforderungen erfüllt der &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Raspberry_Pi&quot; target=_blank&gt;Raspberry Pi&lt;/a&gt;. Mit nur 3,5 Watt Verbraucht ist er sehr sparsam. In Zahlen verbraucht der 'Navberry Pi' auf einem 10-Stunden-Törn 3 Ah, in 24 Stunden braucht er entsprechend 7,2 Ah. Auch hier können also ziemliche Einsparungen realisiert werden, die den Gesamtverbrauch stark sinken lassen.&lt;br&gt;
Die Installation der quelloffenen und freien Kartensoftware &lt;a href=&quot;http://www.opencpn.org&quot; target=_blank&gt;OpenCPN&lt;/a&gt; auf dem Gerät war nicht so leicht, hat aber funktioniert. Inzwischen läuft das Gerät mit Rasterkarten stabil. Leider ist der Umgang mit Vektorkarten noch instabil. Zu schnelles Zoomen und Verschieben von Karten führen zum Absturz. Mehr zur Installation im nächsten Posting.</description>
  </item>
  <item>
    <title>Pimp my Boat pt. 1</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2013/01/21#130121</link>
    <description>Über einen Bericht in der &lt;a href=&quot;http://www.yacht.de/panorama/news/personelle-konsequenzen-aus-todes-toern/a77345.html&quot; target=_blank&gt;Zeitschrift &lt;i&gt;Yacht&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, der sich mit einem Todesfall durch Überbordgehen auf einer Ausbildungsyacht Anfang letzten Jahres beschäftigt, bin ich auf den entsprechenden &lt;a href=&quot;http://www.bsu-bund.de/SharedDocs/pdf/DE/Unfallberichte/2012/UBericht_143_11.pdf?__blob=publicationFile&quot;&gt;Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung&lt;/a&gt; gestoßen. Die Lektüre des Berichts ist doppelt spannend. Einmal stillt das natürlich die Sensationsgier und das Begehren nach echter Tragödie, was ein bisschen erschreckend ist. Zum Zweiten aber ist es auch ein Lehrstück, was Verhalten und Ausrüstung angeht, wenn man mit mehreren Leuten unterwegs ist. &lt;br&gt;
Die Untersuchung stellt fest, dass die Yacht, für Hochsee zertifiziert, vollkommen seetüchtig war, allerdings mit der Einschränkung, dass die mobile Badeleiter, die auch als Einstiegshilfe für einen Menschen über Bord dienen soll, für diesen Zweck nicht praktikabel ist. Bei der Verkettung von Umständen, die zu dem Unglück führten, spielen dennoch menschliche Handlungen die größte Rolle. Ich mag das hier nicht nacherzählen, wer möchte, kann das nachlesen. &lt;br&gt;
Ich ziehe die Lehre daraus, dass die Sicherheitseinrichtungen auf Aimé in der nächsten Bastelphase gepimpt werden. Und zwar werden erstens Anschlagpunkte für Strecktaue und die Strecktaue installiert, zweitens lasse ich die Rettungswesten warten und drittens überlege ich mir ein System für das An-Bord-Nehmen von Überbordgefallenen. Und viertens werden die möglichen Manöver skizziert und dann auch intensiv trainiert. &lt;br&gt;
Wobei, auch das ist ein Fazit aus diesem und aus &lt;a href=&quot;http://www.bsu-bund.de/SharedDocs/pdf/DE/Unfallberichte/2009/UBericht_404_08-422_08.pdf?__blob=publicationFile&quot;&gt;anderen Berichten&lt;/a&gt;, das Wichtigste die Einrichtungen sind, die ein Überbordgehen allererst verhindern. Die bisher auf Aimé vorhandenen Einrichtungen sind dafür eine gute Grundlage: Automatische Rettungswesten mit integriertem Lifeblet, stabile Anschlagpunkte für die Karabiner im Cockpit und am Mast sowie am Fuß der fest verschweißten Relingsstützen. Was wirklich fehlt sind die Strecktaue, und die kommen jetzt. Wobei ich hier ein Problem sehe, für das ich noch keine Lösung kenne: Die Karabiner sind aus Edelstahl und nicht besonders leicht. Wenn man sich mit eingepicktem Karabiner übers Deck bewegt, hüpfen die sicher rum und beschädigen den Lack. Ob es irgendwo gummierte Karabiner gibt, die das verhindern? Lösungsvorschläge bitte an ideen@ozeansegeln.de!</description>
  </item>
  <item>
    <title>Im Eis</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2012/12/17#121217</link>
    <description>Es ging so viel schneller als gedacht. Eigentlich wollten wir doch nochmal rausfahren. Im langjährigen Mittel friert der Bodden erst Anfang Januar zu, das heißt diesmal fast vier Wochen früher! Jetzt sitzt das Boot im Eis fest. Auf dem Deck liegt gefühlt ein halber Meter Schnee, das Cockpit ist fast randvoll zugeweht. Es bleibt also nichts anderes übrig als - abwarten.&lt;p&gt;

&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/12/imeis/20121213_0005.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[imeis]&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/12/imeis/thumbs/20121213_0005.jpg&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/12/imeis/20121213_0010.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[imeis]&quot;&gt;&lt;/a&gt;
&lt;a href=&quot;http://ozeansegeln.de/bilder/12/imeis/20121213_0013.jpg&quot; rel=&quot;lightbox[imeis]&quot;&gt;&lt;/a&gt;</description>
  </item>
  <item>
    <title>Einwintern</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2012/12/07#121206</link>
    <description>Lange habe ich gezögert, weil ich die ganze Zeit nochmal rausfahren wollte. Und bis vor kurzem war es auch noch warm genug. Inzwischen liegt hier eine geschlossene Schneedecke, an Land und auch auf dem Boot. Irre. &lt;br&gt;
Deshalb wars auch höchste Zeit. &lt;br&gt;
Verschiedene Frostschutzmöglichkeiten hatte ich überlegt, und war schon zu dem Schluss gekommen, mit dem 100%-Spiritus, den wir zum Kochen nehmen, einen Frostschutz zu mischen und in die Leitungen zu füllen. Unsicher war ich mir wegen der Gummidichtungen im See-WC, weil ich irgendwo gelesen hatte, dass der Frostschutz die Weichmacher aus dem Gummi zieht und damit die Dichtungen versprödet. &lt;br&gt;
Ich schrieb also an Rheinstrom (Hersteller des See-WC), und bekam wenige Tage später dann den Hinweis, dass Spiritus und Glykol (das sind die Wirkstoffe der gängigen Frostschutzmittel) die Dichtungen angreift. Ich solle lieber das System mit Essigwasser spülen und dann trockenlegen.&lt;br&gt;
Das hab ich heute gemacht. Was gar nicht so einfach ist, wenn das Boot schwimmt und die Seeventile unterhalb der Wasserlinie liegen. Das wichtigste Werkzeug war deshalb die Luftpumpe, mit der sonst die Fender und das Schlauchboot aufgeblasen werden. Für das Auspusten der Waschbeckenabläufe musste ich was basteln, um die Pumpe an den Abfluss anzuschließen. Den Klozulauf hab ich am See-WC abgemacht und dann die Pumpe angeschlossen. Den Kühlkreislauf vom Motor hab ich über den Filter ausgepumpt. Eigentlich ein gutes System. Und jetzt weiß ich auch, wie die einzelnen Schläuche am besten leergemacht werden können, wo die Pumpe anzusetzen ist. &lt;br&gt;
Bei den Waschbeckenabläufen hab ich zur Sicherheit noch etwas Spiritus-Frostschutz eingefüllt. An die Schläuche komme ich auch gut ran und sehe, wenn da was versprödet. &lt;br&gt;
Es ist das erste Mal, dass Aimé im Wasser überwintert. Ich hoffe, das geht gut. Der Liegeplatz ist jedenfalls gut geeignet: eine breite Box, sodass die Bordwand nicht an Fendern reibt, vor den Weststürmen gut geschützt. &lt;br&gt;
Eigentlich wollen wir in zwei Wochen nochmal rausfahren. Deshalb ist auch der Baum noch nicht abgebaut und auch sonst ist das Boot fast bereit zum Ablegen. Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie kann man einen Eisatlas für die südliche und die westliche Ostsee downloaden. Im Durchschnitt friert der Greifswalder Bodden, wenn er zufriert, Anfang Januar zu. Es gab aber Winter, in denen das später passiert ist. Und es gab Winter, da kam das Eis sehr früh. Am Ende bleibt, bei aller statistischer Voraussicht, eben doch das konkrete Ereignis.</description>
  </item>
  <item>
    <title>Rückfahrt</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2012/11/23#121122</link>
    <description>Die Ausfahrt liegt eigentlich zu lange zurück, um noch davon zu erzählen. Wenn nicht etwas passiert wäre, das mich auch später noch eine Weile verfolgt hat und das deshalb auch erzählenswert ist. Diesmal kein Unwetter. Im Gegenteil: Das Wetter war unglaublich schön. Ende Oktober, tags zuvor bin ich alleine mit Aimé von Greifswald nach Seedorf auf Rügen gesegelt. Hatte unterwegs einige Bedenken wegen der falschen Mastbiegung, zwischendurch fiel eine Winsch aus, beim Kreuzen, kam aber wieder zurück. Und ich war froh, in Seedorf zu sein. &lt;br&gt;
Die Gegend um Seedorf ist wunderschön, und schon am Abend meiner Ankunft hatte ich den Turm des Jagdschlosses Granitz oben auf einem Hügel durch den Wald blitzen sehen. Bei &lt;a href=&quot;http://www.nv-pedia.de/pedia/?q=node/423&quot; target=_blank&gt;nv-pedia&lt;/a&gt; gibt es eine Wegbeschreibung für einen Spaziergang zum alten Jagdschloss, das heute als Museum ausgebaut ist. &lt;br&gt;
Also entschied ich mich morgens früh, erst am Nachmittag zurück zu segeln und den Vormittag für eine Wanderung zum Schloss zu nutzen. Mit der aufgehenden Sonne ziehe ich los. Überquere eine Brücke, folge einer kleinen Straße, laufe auf einem schmalen Weg durchs Ried. Den Turm des Jagdschlosses habe ich dabei ständig im Blick, erst am Fuß des Hügels ist er vom Wald verdeckt. Der Herbst hat die Blätter der Bäume bunt gefärbt, die Hügellandschaft ist farbig gemustert. Ich genieße die warmen Sonnenstrahlen und die klare Luft. Es ist schön, einen Weg zu laufen, den ich noch nie gegangen bin. Nachdem ich einer gepflasterten Allee gefolgt bin, die schnurgerade durch die Felder gezogen ist, biege ich in einen schmaleren Waldweg ein. Ab hier geht es bergauf. Von ferne ist zwischendurch das Pfeifen der Schmalspurbahn zu hören, die das südöstliche Ende der Insel auch für Fußgänger erschließt, die kein Auto oder Boot haben. &lt;br&gt;
Der Aufstieg ist schweißtreibend, auch weil ich zügig marschiere. Ich möchte nachher nicht zu spät aufbrechen, um noch im Hellen anzukommen.&lt;br&gt;
Das Schloss selbst ist sehr beeindruckend. Die Fürstenfamilie von Putbus hat es gebaut, ursprünglich nur als Jagdschloss. Als aber der Hauptsitz der Familie in Putbus einem Brand zum Opfer fiel, musste die Familie aufs Jagdschloss ziehen. Das muss einem nicht leid tun: Das Jagdschloss kommt hochherrschaftlich daher. Die Architektur ist dabei zumindest ungewöhnlich. Im Zentrum des Gebäudes steht der Turm. Auf zwei Stockwerken sind kreisförmig um diesen Bereich die Zimmer angeordnet. Es sind ziemlich viele Zimmer. Einige sind der früheren Nutzung folgend ausgestattet. Sogar eine Ritterrüstung ist zu besichtigen. Allerdings keine, die ein Ritter getragen hätte. Dafür ist das Schloss dann doch nicht alt genug. Die Rüstung ist Teil eines Kamins, der in einem bunt ausgestatteten Wohnzimmer steht. Neben orientalischen Dolchen und Krummsäbeln finden sich wertvolle Holzkästchen, große Gemälde, reichhaltig verzierte Sessel und Beistelltische aus dunkel gemasertem Edelholz.&lt;br&gt;
Mich interessiert vor allem der Turm. Auf den Aufstieg muss ich warten. Die Wendeltreppe, die an den Außenwänden des Turms entlang führt, wird immer nur für eine Richtung, Abstieg oder Aufstieg, geöffnet. Dass das seinen guten Grund hat, merke ich beim Aufstieg. Der Turm ist mit knapp zehn Metern Durchmesser ziemlich breit. Auf der Innenseite der Treppe ist also - nichts. Dazu kommt, dass die gusseisernen Stufen nicht massiv sind, sondern in Mustern gegossen wurden. Der Blick geht durch die Stufen durch und in die Tiefe. Meinen Tritt macht das nicht sicherer. &lt;br&gt;
Belohnt werden ich und alle, die den Aufstieg wagen, mit einem unglaublichen Blick. Die Luft ist sehr klar. Und zum ersten Mal überblicke ich diese Insel, die Rügen ja ist, von einem Ende zum anderen. Die Südostspitze ist gut zu sehen, das Nordperd und weiter draußen die Greifswalder Oie, der Fährhafen von Sassnitz, Kap Arkona und die Volkswerft in Stralsund. Der Greifswalder Bodden glitzert in der Sonne. Kleine weiße Punkte sind zu sehen, Segelyachten unterwegs.
&lt;p&gt;
So schön es ist, in der Sonne zu sitzen, zu faulenzen, und so gerne ich noch bleiben würde - für den nächsten Tag ist auffrischender Südwestwind angesagt, das würde bedeuten: gegenan. Abgesehen davon, dass die Pflichten des Festlands rufen. Was allerdings hier oben und auf und davon nur halb so wichtig ist.&lt;br&gt;
Nach einem deftigen Mittagsmahl im Schlosskeller mache ich mich auf den Rückweg. Nehme die Abkürzung, die mir auf dem Hinweg ein ebenfalls wanderndes Pärchen gezeigt hat, denke schon über das Ablegemanöver nach, das nicht banal sein wird, weil ich rückwärts vom Steg weg muss, zur anderen Seite aber auch nur knapp zwei Meter Platz sind, was ein großzügiges Rausdrehen verhindern wird, also muss ich den richtigen Mittelweg finden und - zack - schon hab ich mich verlaufen. Schaue hoch und denke: So sah das aber vorhin nicht aus. Dabei ist der Hafen schon zu sehen, jedenfalls die Mastspitzen der Boote. Gehe ich halt ein Stück querfeldein. Weiter hinten muss ja die Straße kommen. Also weiter. Eine halbe Stunde später finde ich die Straße. Allerdings hat vor die Straße der Bauer den Entwässerungskanal gesetzt. Und der ist zu breit zum rüberspringen. Als ob das nicht genug wäre, muss ich tierisch aufs Klo. Prima. &lt;br&gt;
Also gehe ich zurück und nehme eben die andere Abzweigung. Die mich auch wieder auf den richtigen Weg bringt. Aber wirklich entspannt ist der Rest des Spaziergangs nicht mehr.&lt;p&gt;
Schließlich lege ich eine Stunde später ab als geplant. Damit ist der eingeplante Zeitpuffer gleich am Anfang ausgeschöpft. Nicht gut. Im Hafen habe ich die 35er angeschlagen, weil ich mit mehr Wind rechne. Aber noch vor dem Segelsetzen tausche ich die große Fock gegen die 50er Genua. Es ist immer ein schöner Moment, wenn das Boot nach dem Segelsetzen Fahrt aufnimmt. Aimé legt sich sanft auf die Seite und zieht los. Aus dem weitläufigen hinteren Teil der Buch kommt ein Fahrgastschiff und passiert uns, kurz bevor wir die Fahrrinne erreichen. Niemand winkt. Vielleicht sind wir zu weit entfernt. &lt;br&gt;
Aus der Bucht raus geht es erstmal hoch am Wind. Den Kurs entlang der Fahrrinne können wir gerade halten. Der Wind hat ein wenig aufgefrischt und das Boot schiebt gut Lage, macht aber auch gute Fahrt. Wenn es so weitergeht, klappt es sogar mit der Brücke! Ich freue mich und fange nach dem ganzen Stress auf dem Rückweg vom Schloss an, mich wieder zu entspannen. Von der letzten Fahrwassertonne aus halte ich mich an die Ansteuerungstonne Reddevitz. Vor der Landzunge ist es steinig, davon halten wir uns frei. Das Boot schiebt sich zügig mit fünfeinhalb Knoten durchs Wasser. Ich freue mich schon aufs Abfallen, dann wird es erstens etwas ruhiger, mit weniger Druck im Rigg, und zweitens nochmal schneller. &lt;br&gt;
Wir segeln auf der Sonnenstraße Richtung Westen, der Sonne entgegen. Die Ansteuerungstonne ist nur als Silhouette auszumachen. Aber die Sicht ist gut. Deshalb sehe ich auch die Fischerfähnchen, die vor uns auftauchen, rechtzeitig. Es ist eine ganze Reihe von Fähnchen, die unregelmäßig auf einer Linie quer zu unserer Fahrtrichtung verteilt sind. Also segeln wir zwischen zwei eher weiter auseinander stehenden Fähnchen durch. Hundertmal gemacht, nie Probleme gehabt.&lt;br&gt;
Plötzlich klackert es vorn am Rumpf. Irgendwas schabt unter Wasser an der Außenhaut entlang. Bevor ich mich fragen kann, was das wohl war, verliert das Boot an Fahrt, so als wäre es hinten an einer dicken Gummileine festgemacht. Ich schaue zur Seite raus und sehe an backbord und an steuerbord die Fischerfähnchen. Und auf einer Linie vom Boot zu den Fähnchen eine Reihe von halb überspülten Schwimmhilfen aus Styropor. WTF? schießt mir durch den Kopf, ein &lt;i&gt;schwimmendes Netz&lt;/i&gt;? Was soll das denn? Dann auf einmal ein Schnalzlaut. Aimé hat sich mit ihrem Gewicht und der Fahrt so weit geschoben, dass das Netz unterm Kiel durchgeschnalzt ist. Und jetzt in der Schraube hängt. Innerlich fange ich an zu fluchen. Fuck. Was jetzt? Plötzlich ein zweites, leiseres Schnalzen. die Schwimmleine ist von der Schraube gesprungen und hängt jetzt vor der Ruderhacke. Ein Lichtblick! Immerhin nicht total manövrierunfähig. Noch nie war ich so froh darüber, dass das Boot einen Faltpropeller hat.&lt;br&gt;
Das alles hat keine Minute gedauert. Im Moment, als die Leine von der Schraube schnalzt, bin ich schon auf dem Weg nach vorne, um die Segel zu bergen. das Netz liegt genau parallel zum Wind, und noch zeigt die Bugspitze weg vom Netz. Aber ohne Fahrt treibt Aimé schnell quer zum Wind. Zuerst ziehe ich deshalb mit Mühe die große Genua, die weit nach Lee ausweht, an Deck. Dann das Großsegel. &lt;br&gt;
Damit ist zumindest der Winddruck aus dem Boot. Wie durch Wunderhand hat auch der Wind wieder etwas abgeflaut. Trotzdem treiben wir inzwischen parallel zum Netz und ich fürchte, dass das Boot weiter in das halb lose Netz verheddert wird. Mit dem Bootshaken versuche ich, die Schwimmleine unter dem Ruder durchzudrücken. Durch den aufprall des Kiels ist das Netz selbst bereits gerissen. Aber die Schwimmer halten die Leine oben. Sollen sie ja auch. Nur jetzt gerade könnten sie auch mal eben untergehen. &lt;br&gt;
Mögliche Befreiungspläne schießen mir durch den Kopf. Schlauchboot aufblasen und dann mit dem Bootshaken die Leine unterm Ruder durchdrücken. Per Funk Schlepphilfe rufen, denn den Motor kann ich so dicht am Netz nicht anlassen. Wenn unterm Schiff das lose Netz treibt, kann es leicht passieren, dass der drehende Propeller sich verheddert. Und das wäre richtig schlecht. &lt;br&gt;
Aber für beide Lösungen fehlt mir die Zeit. Die Sonne wandert schon dem Horizont entgegen, in weniger als drei Stunden wird es dunkel. Und dann wird das mit dem Befreien schwierig. Zumal der Wind schon jetzt auflandig weht. Und im Lauf der Nacht soll es laut Wetterbericht auffrischen, bis wir dann morgen früh 5-6 Windstärken haben. Auflandig. Worst Case: Das Boot wird auf die Steine beim Reddevitzer Höft getrieben und dort vom Starkwind aufgerieben. Das wäre nicht zuletzt auch für mich selbst gefährlich. &lt;br&gt;
Kurz entschlossen hole ich von unten ein Segelmesser. Mit dem Bootshaken zerre ich die Schwimmleine am Heck an Bord und belege sie luvseitig auf der Achterklampe. Jetzt sehe ich auch, dass das Netz durch den Aufprall wirklich komplett zerrissen ist. Ob ich jetzt noch die Schwimmleine durchschneide oder nicht, ist dann wohl auch egal. Also schneide ich. durch den Winddruck kommt die Lufseite bald auf Spannung. Das Netz ist ja verankert. Das lose hole ich mit dem Bootshaken unter dem Rumpf durch, führe es nach vorne zum Bug und werfe es  ins Wasser. Dann geht achtern auch der andere Rest der Leine, der jetzt ziemlich auf Spannung ist, los, und Aimé schwimmt wieder frei. Mit ziemlich Muffensausen starte ich den Motor. Es müsste alles frei sein da unten, aber who knows for sure? Mit dem Heck voran und langsamer Drehzahl ziehen wir uns vom Netz weg. Es klappt! Mir fällt ein ziemlicher Stein vom Herzen. &lt;br&gt;
Allerdings sind um uns rum immer noch einige Fähnchen. Vorsichtig nähern wir uns der nächsten Netzlinie. Von Schwimmern ist nichts zu sehen. Auch als die Fähnchen querab sind. In einigem Sicherheitsabstand setze ich wieder die Segel. Puh. Es kann weitergehen. Kurz darauf setze ich noch einen Funkspruch an alle Schiffe ab, die in der Nähe unterwegs sind, um vor dem schwimmenden kaputten Netz zu warnen.&lt;br&gt;
Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Schließlich bin ich von der Fahrwassertonne straight zur Ansteuerungstonne gefahren. Und da liegt so ein Netz rum? Erst später sehe ich auf der Seekarte, dass hier das Fahrwasser nicht zur Ansteuerungstonne läuft, sondern ein kleines Stück nördlich davon. Unglückliche Tonnenführung. &lt;p&gt;
&lt;i&gt;Nachtankunft, allein&lt;/i&gt;
Zwei Stunden später sind wir immer noch mitten auf dem Bodden. Der Wind ist abgeflaut, die Sonne hinterm Horizont verschwunden. Ich richte mich auf eine Nachtansteuerung ein. Lege den Suchscheinwerfer bereit, werfe nochmal einen Blick auf die Karte und überlege die unproblematischste Route. Esse noch einen Keks. Mache ein paar Bilder. Und sitze dann im Cockpit, am Ruder, während langsam der Tag geht, die Nacht kommt. Als der Wind ganz weg ist und der Bodden wie spiegelglatt daliegt, berge ich die Segel. Die letzten Meilen machen wir unter Motor. Die Lichter der Tonnen und der Ansteuerung sind gut auszumachen. Trotzdem ist es komisch, so ins Dunkle zu fahren. Dabei denke ich erstaunlicherweise gar nicht an die Fischernetzepisode vom Nachmittag. Das bleibt irgendwie verdrängt. Viel stärker ist die Erinnerung an den letzten Nachttörn im Sommer auf dem Weg von Danzig nach Greifswald. Was ein sehr schöner Törn war. Ich bleibe also auch gelassen. Nach Hause werden wir kommen.&lt;br&gt;
Das letzte Stück wird nochmal aufregend. Ich folge dem Leitfeuer, und es ist immer wieder unheimlich, wenn dann die unbeleuchteten Fahrwassertonnen irgendwann neben dem Schiff auftauchen. Bei der Einfahrt kann ich noch den Suchscheinwerfer ausprobieren. Die Baustelle im Fahrwasser (man baut hier ein Sperrwerk gegen die durch den Klimawandel verschärften Hochwasser) ist kaum beleuchtet. &lt;br&gt;
Das Anlegemanöver zelebriere ich ein bisschen. Zeige mich im Hafen, zeige, dass ich alleine unterwegs bin und gerade meine erste Nachtansteuerung solo absolviert habe. Außer ein paar Anglern, die von der Kaimauer aus ihre Blinker ins Wasser werfen, ist aber keiner da. Bleibe ich also ein einsamer Held. Und lege einfach an.
&lt;p&gt;
Hier gibt es ein paar &lt;a href=&quot;http://www.ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2012/11/01#121029alleinfahrt6.html&quot;&gt;Bilder von der Tour.&lt;/a&gt;</description>
  </item>
  <item>
    <title>Verschleppter Bericht von der Reise</title>
    <link>http://ozeansegeln.de/b-log/blosxom.cgi/2012/11/17#121114</link>
    <description>Obwohl der Ausflug nach Rügen vor mehr als zwei Wochen so aufregend war, habe ich den Bericht dazu lange vor mir hergeschoben. Vielleicht auch gerade deswegen. &lt;br&gt;
Die Bilder erzählen eine schöne, harmonische Geschichte. Was sehr daran liegt, dass ich bei Alleinfahrten immer nur dann fotografiere, wenn der Moment es gerade zulässt, wenn ich nicht gefordert bin. Meistens bin ich gefordert. Gerade in den heftigeren Situationen. Die Action taucht auf den Bildern also bisher (fast) nicht auf. Da muss ich mir noch was überlegen.&lt;p&gt;
Geplant hatte ich eine zweitägige Fahrt von Greifswald nach Rügen und zurück. Seedorf wollte ich besuchen. Der Wetterbericht vom Abend vorher hatte für die nächsten zwei Tage nordwestliche Winde vorhergesagt, zum Teil auch mit Regen und Schauerböen, dabei nicht mehr als 25 Knoten Wind. Machbar, entschied ich. &lt;br&gt;
Ich war aufgeregt und wachte früh auf, rechtzeitig für die Brücke um neun. Beim ersten Blick nach draußen zeigte sich eine merkwürdige Wetterlage. Nach Norden zu zeigten sich kleine leichte Cumuluswolken, regelmäßig über den blauen Himmel verteilt. Nach Süden aber war der Himmel dunkel zugezogen, schoben sich dicke, schwere Wolken auf das Boot zu. Über dem Ryck - das ist der Fluß und Boddenarm, der Greifswald mit dem Bodden verbindet, und der von West nach Ost läuft - über dem Ryck war die Wetterscheide. Ein irres Schauspiel. Von Süden zog die finstere Wolkenschicht heran, prallte gegen die unsichtbare Mauer über dem Ryck wie eine Welle auf den Strand, zog sich zurück, um dann wieder von neuem anzubranden. Erklären konnte ich mir das zunächst nur durch die lokale Dynamik, die der große Bodden in dieser Gegend beherrscht. Und jedenfalls beschloss ich, zunächst noch zu warten, wie sich das Wetter entwickeln würde. Eine düstere Fahrt unter regenschwerem Himmel konnte ich mir zwar vorstellen, wollte aber vor dem Auslaufen entsprechend gewappnet sein. &lt;br&gt;
Die Wetterscheide schien, bei aller Dynamik der heranziehenden Wolken, die sich dann über uns auflösten, stabil zu sein. Um kurz nach elf warf ich die Leinen los und legte ab. Sechste Alleinfahrt 2012. &lt;br&gt;
Draußen auf dem Bodden weht zunächst nur wenig Wind. Ich setze die 35er Arbeitsfock, die ich schon vor dem Ablegen angeschlagen habe, und das ganze Großsegel. Mit der 35er Fock kann das Boot, mit entsprechend gerefftem Großsegel, Wind bis 6 Beaufort gut aushalten, bei wenig Seegang sogar gegenan. &lt;br&gt;
Draußen zeigen sich die beiden Seiten der Wetterscheide nochmal klar. Nach Osten hin dunkel und bewegt, nach Westen hin hell und mit stabiler Luftschichtung. Unser Ziel, Rügen, liegt gottseidank in der hellen Hälfte, und ich bin guter Dinge. Außer mir sind noch zwei andere Boote ausgelaufen, eine Segelyacht, die hinter uns die Segel setzt, und ein Großsegler, der ein Stück unter Motor fährt. Zunächst kommt der Wind, anders als vorhergesagt, aus Südwest, und ich freue mich schon, denn damit könnten wir mit raumem Wind, meinem Lieblingskurs, bis Seedorf segeln. &lt;br&gt;
Aber schon hinterm Kap bei Ludwigsburg schlägt der Wind plötzlich um, dreht erst auf Nordwest und frischt dann innerhalb von wenigen Minuten bis auf fünf Beaufort auf. Aktion. Das Vorsegel ist dicht, ich fiere das Großsegel auf, lege das Ruder fest und hoffe, dass Aimé so gut auf Kurs bleibt wie früher schon. Warte kurz, um zu sehen, ob das Boot stabil bleibt, und gehe dann nach vorne an den Mast, um das Segel zu reffen. Schon jetzt hat sich eine kurze, steile Welle gebildet, und mit dem vielen Tuch krängt das Boot stark. Bleibt aber auf Kurs. Ich reffe das Segel und binde gleich das zweite Reff ein. Ab jetzt geht es ein paar Stunden gegenan.&lt;br&gt;
Einen Tag zuvor habe ich noch das Rigg frisch getrimmt. Der Mast steht jetzt wieder gerade, mit weniger Mastfall also. Zuletzt war das Boot doch sehr luvgierig gewesen. Jetzt liegt es viel gleichmäßiger auf dem Ruder und ich genieße den Amwindkurs wie schon lange nicht mehr. Nur bei sehr starker Krängung drückt das Boot deutlich luvwärts, das könnte noch etwas sanfter werden, und meist sucht sich Aimé gleichmäßig ihren Weg durch die Wellen und Böen. &lt;br&gt;
Der Wetterbericht hat für den Nachmittag rechtdrehenden Wind angekündigt. Um das auszunutzen, will ich beim herrschenden Nordwest erstmal einen nördlichen Kurs segeln. Also eine Wende. Das ist alleine mühsamer als zu zweit, weil die Drehung des Bootes und das Segel kontrolliert werden wollen. Beides synchron ist, zumal bei zunehmendem Wind, schwierig. Meist dreht das Boot gut durch die Wende, ist aber dann kaum auf dem Amwindkurs zu halten, sondern dreht noch ein Stück weiter. Weil ich alleine auch das Segel nicht so schnell dicht holen kann, wie das Boot durch den Wind dreht, weht das Vorsegel aus und ich muss es mühsam mit der Winsch dicht holen. Deshalb drehe ich das Boot kurz in den Wind, um den Druck aus dem Segel zu nehmen und von Hand dicht zu holen. Das funktioniert schon gleich bei der ersten Wende nicht. Das Boot ist zu weit im Wind, die Fock kommt back und drückt den Bug zurück auf den alten Kurs. Weil ich ein fauler Einhandsegler bin, lerne ich die Lektion erst nach dem dritten Versuch. Da bin ich schon ziemlich am schwitzen. Und hole dann trotzdem das Segel unter Druck dicht, also ohne den Nahezu-Aufschießer, bis das Boot wieder mit dichtgesetztem Vorsegel hoch am Wind segelt. Leider auf dem strategisch falschen Bug, wir segeln also nach Westen. Aber bei der insgesamt kurzen Strecke macht das nicht viel aus und hat sogar Vorteile: Wir segeln etwas dichter unter Land, dadurch sind die Wellen etwas schwächer, und es gibt auf dieser Seite keine Untiefen, die wir beachten müssten. &lt;br&gt;
Nach dem Stress mit den vergeigten Wenden segel ich jetzt längere Schläge. Setze zwischendurch das Ruder fest. Stelle mich nach einer Weile an den Mast, um das Biegeverhalten mit der neuen Trimmung genauer anzuschauen. Und kriege einen derben Schreck verpasst. Der Mast biegt sich wieder in die falsche Richtung. In meinem Kopf nur: WTF!? 
&lt;br&gt;
Der Blick auf die Uhr sagt, dass Umkehren noch möglich wäre. Allerdings sind wir schon nah bei Seedorf, und auf der Leeseite der Insel sind die Wellen deutlich harmloser als auf der Südseite des Boddens. Die Mastbiegung ist auch nicht sehr extrem, einfach nur unangenehm und es ist klar, dass das nicht länger so bleiben kann. Fürs Wochenende ist es aber okay. Und für die nächsten Wochen ist das hier und jetzt die letzte Gelegenheit, nochmal zu segeln. Ich fahre weiter.
&lt;br&gt;
Nur eine dreiviertel Stunde später kommt das nächste Problem. Die Schotwinsch an Backbord greift nicht mehr und dreht mit. Nochmal: WTF!? Diesmal aber etwas leiser. Das Problem kenne ich schon. Die Winschen haben ihr Lebensende erreicht und müssen bald getauscht werden. Erstmal geht es auch nur mit der Klampe. Und mit der Kurbel kann ich sogar auch noch die Winsch benutzen, wenn es sein muss. Also weiter.
&lt;br&gt;Kurz vor der Bucht, in der Seedorf liegt, frischt der Wind nochmal auf. Aimé legt sich weit über, ich kann den Druck im Rigg spüren. Das Vorsegel zieht die Schot auf Spannung. Ohne Winsch kann ich das Segel nicht wirklich dicht holen. Zumal der misslungene Trick mit dem Aufschießer vorhin viel Zeit gekostet hat. Vor der Wende drehe ich nochmal kurz an der Backbordwinsch, testweise. Und sie rastet ein! Sie ist zurückgekommen! Irgendwann nach einem Ausfall ist das schonmal passiert. Aber oft auch nicht. Und jetzt, wo es wirklich hilft, kommt sie zurück. Mir wird richtig warm ums Herz und im Hinterkopf deutet sich ein naiver Schicksalsglaube an. Danke, wer oder was auch immer hier mit verantwortlich ist. &lt;br&gt;
Nach dem Aufkreuzen segeln wir hoch am Wind durchs Fahrwasser. Der Gobbiner Haken, eine zu allen Seiten geschützte, wunderbare Ankerbucht, zieht vorbei. Heute wollen wir nach Seedorf. Aufregung stellt sich ein. Hoffentlich kann ich dort längsseits anlegen. Allein in eine Box - das hab ich noch nie gemacht (wird Zeit, das mal zu üben). Vor der Einfahrt berge ich die Segel. Der Wind weht ablandig und ich habe genug Zeit, Fender und Leinen vorzubereiten. &lt;br&gt;
Im Hafen liegen kaum noch Boote, die meisten Boxen sind leer. Mitten im Hafen dümpelt ein Angler. Er sitzt in einer Art Luftreifen und hat einen bis zur Brust geschlossen wasserdichten Anzug an, die Angel hält er in der Hand. Ein merkwürdiger Anblick. &lt;br&gt;
An einem Längssteg sehe ich genug Platz. Ich drehe dort rein, und dank der großen, dicken Kugelfender gelingt das Manöver problemlos. Boot festmachen, geschafft. Im doppelten Wortsinn - ich bin selbst von der Überfahrt und der Aufregung ziemlich geschlaucht.&lt;br&gt;
Trotzdem gehe ich erstmal von Bord. Es ist saukalt und unter Deck könnte ich mich jetzt sowieso nicht erholen. Und die Gegend um Seedorf ist ziemlich malerisch. Kurz nach dem Ortsausgang biege ich von der Hauptstraße in einen kleinen Weg ab, der mich schon bald in den Wald und in die Hügel führt. Die Sonne ist inzwischen untergegangen, am westlichen Himmel leuchten rot die Wolken, der Himmel darüber ist tief dunkelblau. Eine Weile stehe ich versunken da und blicke in diese farbige Ferne. Sehnsuchtsgedanken. &lt;p&gt;
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