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Boot und Crew


Seit 2010 sind wir mit Aimé auf der Ostsee unterwegs. Von 2005 bis 2010 haben wir den Rumpf komplett überholt und den bis dahin nur rudimentär ausgeführten Innenausbau ergänzt. Vorher segelte das Boot auf dem Ammersee bei München.

Rumpf

Gebaut wurde das Boot anfang der 1980er Jahre auf der Feltz-Werft in Hamburg-Finkenwerder. Die Werft ist bekannt für ihre hochseetüchtigen Stahlrümpfe mit Rundspant, insbesondere die Skorpion-Typen, zu denen, abgesehen vom gemäßigten Kurzkiel mit Flügelprofil, auch die Grundkonstruktion von Aimé zählt. Weniger bekannt ist vielleicht, dass die Werft einen der beiden U-Boot-Rümpfe gebaut hat, die für die Außenaufnahmen beim Film "Das Boot" verwendet wurden.
Aimés besonderen Merkmale sind, neben dem gemäßigten Kurzkiel, das Mittelcockpit und das Flush-Deck, also ein komplett flaches Deck, ohne jegliche Aufbauten. Das könnte dem Boot einen fast bulligen Eindruck verleihen, wenn es nicht mit seinen 3,30 Metern breite sehr schlank gebaut wäre. Trotz der fehlenden Aufbauten ist Aimé unter Deck noch 1,80 Meter hoch und bietet damit jedenfalls für fast alle Mitglieder der Stammbesatzung Stehhöhe.
Das hohe Freibord bietet dabei nicht nur komfortablen Innenraum, sondern führt auch zu einer steigenden Stabilität bei starker Krängung.
Das Ruder sitzt hinter einem Skeg und ist oben in einem fettgeschmierten Wellenlager und unten auf der Ruderhacke gelagert.
Das Flushdeck bietet auf dem Vorschiff großzügig Platz für die Arbeit mit den Segeln. Gleichzeitig ist durch das nach vorne verlagerte Cockpit der Weg zum Mast und zum Vorschiff und damit zu den Arbeitspositionen bei Segelmanövern kurz gehalten. Auf der anderen Seite bietet das flache Deck keinerlei Schutz gegen Wind und Wetter. Eine Sprayhood oder ein Deckshaus müssen wir deshalb noch nachrüsten.

Rigg

Getakelt ist das Boot als Slup, also mit einem Rigg, das an einem Mast ein Großsegel und ein Vorsegel trägt. Das Rigg ist toppgetakelt, der Mast reicht 15 Meter über Deck. An einem Vorstag werden verschieden große Vorsegel mit Stagreitern gefahren. Eine Verkleinerung der Vorsegelfläche bedeutet deshalb einen Segelwechsel, also meist anstrengende Arbeit auf dem Vorschiff. Insgesamt haben wir sieben Vorsegel, von der kleinen Sturmfock mit knapp 10 Quadratmetern Fläche bis zum 150 Quadratmeter großen Spinnacker. Der Vorteil dabei ist, dass die Segel immer komplett gesetzt werden und also besser stehen. Im Vergleich zu gerefften großen Rollgenuas heißt das vor allem: unsere kleinen Vorsegel stehen flacher, was bei viel Wind von Vorteil ist.

Motor

Das Boot ist mit 20 PS für heutige Standards untermotorisiert. Trotzdem schaffen wir bei Flaute eine Marschfahrt von knapp fünf Knoten. Für Hafenmanöver reicht es auch. Schwieriger wird es, wenn wir gegen Wind und Welle irgendwo raus müssen, wo zum Segeln kein Platz ist, z.B. durch ein enges Fahrwasser.

Innenausbau

Die Raumaufteilung innen ist standardmäßig: Vorschiffskabine mit zwei V-förmig angeordneten Betten, dahinter WC und ein großer Schrank, dann der Salon mit Sitzgruppe und einer Bank, die unterwegs als Seekoje fungiert. Hinter dem Salon ist an backbord die Pantry, steuerbord die Navigationsecke mit Tisch und allen Geräten. Am Navigationsplatz vorbei führt ein kleiner Gang mit weiteren Schränken in die Achterkabine.
Unter dem Cockpit ist der großzügig dimensionierte Maschinenraum eingerichtet. Hier ist auch der Dieseltank (200 l) untergebracht. Backbordseitig neben dem Maschinenraum sind Backskiste und Wassertank (250 l).

Crew

Aimé ist seit der ersten Ostseefahrt mit verschiedenen Besatzungen gesegelt. Von Zeit zu Zeit bin ich auch allein unterwegs. Alleine segeln ist faszinierend und herausfordernd, kann aber sehr einsam sein. Wirklich gut bedienen lässt sich das Boot erst zu zweit, und zu zweit kann man sich schon Geschichten erzählen. Seit frühester Kindheit segel ich, erst mit den Eltern, dann im Optimist, im 420er, bald auch auf Yachten. Ich habe als Segellehrer und als Skipper für verschiedene Segelschulen gearbeitet.
Inzwischen ist die Segelei mein Privatvergnügen (und meine private Arbeit - das Boot selbst instand zu halten und weiter auszubauen ist auch ein halber Job). Möglich geworden sind durch das eigene Boot und die freie Einteilung auch andere Reisen, über die ich auf diesen Seiten und in meinen e-books berichte.

Alexander Bolt

01. Jan. 2009

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